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Symposium "Jugendkultur und Extremismus" am 21. August 2019


Extremistische Gruppierungen – ob aus der rechtsextremistischen, linksextremistischen oder islamistischen Szene – nehmen mit ihrer Propaganda insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene in den Fokus. Geschickt nutzen Extremisten Kleidung, Musik oder dynamische Aktionsformen, die für die Lebenswelten von jungen Menschen typisch sind, um ihre Ideologie für diese Zielgruppe attraktiv zu machen.

Salafistische Gruppen verwenden Logos von Kleidungsmarken, die vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen begehrt sind, und designen diese für eigene Zwecke um. Linksextremisten bewerben die Teilnahme an Aktionen mit Rap-Songs. Mitglieder der rechtsextremistischen Identitären Bewegung besetzen medienwirksam öffentliche Gebäude wie das Brandenburger Tor und verbreiten die Videos über alle gängigen Social-Media-Kanäle.

Für die Verbreitung von extremistischen Ideologien spielen das Internet und die Nutzung insbesondere von Social Media- Plattformen wie Facebook oder Messenger-Diensten wie WhatsApp eine entscheidende Rolle. Denn diese Kommunikationskanäle prägen den Alltag insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen maßgeblich. Extremistische Gruppierungen nutzen dies, um mit ihren Angeboten bei Jugendlichen präsent zu sein.

Präventionsprojekte müssen sich diesen Herausforderungen stellen und Wege finden, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen genau diese scheinbar attraktiven Angebote kritisch zu reflektieren.

Im Rahmen des Symposiums des Niedersächsischen Verfassungsschutzes am 21. August 2019 in Hannover wurden u. a. die folgenden Fragen diskutiert:
  • Wie bedienen sich die unterschiedlichen extremistischen Szenen jugendkultureller Elemente? „
  • Wie sehen Präventionsprojekte aus, die gezielt zugeschnitten auf Jugendliche und junge Erwachsene extremistische Radikalisierung thematisieren? „
  • Wie können wir Jugendliche in der kritischen Auseinandersetzung mit extremistischer Propaganda unterstützen?

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, und der Niedersächsische Verfassungsschutzpräsident, Bernhard Witthaut, konnten mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Polizei, Universitäten, Verbände, Religion und Bildung zum 15. Symposium des Niedersächsischen Verfassungsschutzes begrüßen.
Minister Boris Pistorius, Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut  
Minister Boris Pistorius, Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut
Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut  
Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut
Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius  
Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius
Jugendkultur in extremistischen Szenen:

Einblicke in den Linksextremismus, Rechtsextremismus und Islamismus

Im Anschluss an die Rede des Ministers gaben drei Referenten Einblicke in extremistische Szenen, jeweils aus der Blickrichtung der verschiedenen Extremismusphänomene.

Die Referenten waren:

  • Paul Dattke, Niedersächsischer Verfassungsschutz, zum Rechtsextremismus
  • Michael Kaspar, Niedersächsischer Verfassungsschutz, zum Islamismus
  • Christian Pfennig, Brandenburgischer Verfassungsschutz, zum Linksextremismus

Die Vorträge können Sie als pdf-Datei in der rechten Spalte herunterladen.

Paul Dattke, Christian Pfennig, Michael Kaspar, Lisa Gellert (Moderatorin der Veranstaltung), Bernhard Witthaut  
Paul Dattke, Christian Pfennig, Michael Kaspar, Lisa Gellert (Moderatorin der Veranstaltung), Bernhard Witthaut

Ideenwettbewerb

Da im Symposium viel über Jugendliche gesprochen wurde, sollten diese auch selbst zu Wort kommen. Daher haben wir bereits im Frühjahr einen Ideenwettbewerb für Schülerinnen und Schüler ausgeschrieben.

Die Musikklasse des Gymnasiums Burgdorf hat ihr selbst komponiertes Lied für echte Gemeinschaft und gegen Ausgrenzung und Extremismus vorgetragen. Dafür nahmen die Schülerinnen und Schüler den Preis für den besten Beitrag von Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut entgegen. Die Arbeiten der Berufsbildenden Schule Lingen sowie der Oberschule Lachendorf wurden im Rahmen des Symposiums ebenfalls präsentiert.

Schülerinnen und Schüler der Musikklasse des Gymnasiums Burgdorf  
Schülerinnen und Schüler der Musikklasse des Gymnasiums Burgdorf
Verfassungsschutzpräsident Witthaut übergibt die Siegerurkunde  
Verfassungsschutzpräsident Witthaut übergibt die Siegerurkunde
Sieger und Platzierte des Ideenwettbewerbs  
Sieger und Platzierte des Ideenwettbewerbs
Neues Video beim Aussteigerprogramm "Aktion 'Neustart"

Das Aussteigerprogramm "Aktion Neustart" des Niedersächsischen Verfassungsschutzes arbeitet bereits seit langem u.a. auf Facebook, YouTube oder Instagram mit sogenannten Memes und einer Online-Beratung, um so möglicherweise gefährdete Jugendliche zu erreichen. Um die Arbeit des Verfassungsschutzes zu demonstrieren, hat Herr Witthaut ein neues Video vorgestellt, das als Narrativ in extremistische Echokammern gesteuert werden soll. Das Video ist in der rechten Spalte abrufbar.

Hinweis:

Dieses Video wurde von Aktion Neustart erstellt. Aktion Neustart ist das Aussteigerprogramm Rechtsextremismus und Islamismus des Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, Abteilung Verfassungsschutz, Referatsteil Prävention.

Das in diesem Video verwendete Tonmaterial stammt teilweise aus öffentlich zugänglichen YouTube-Videos islamistischer Aktivisten und jihadistischer Organisationen. Das Video warnt vor den Gefahren islamistischer Radikalisierung über das Internet, mit der Botschaft: Islam braucht keinen Islamismus.


Das Video finden Sie in der rechten Spalte.



Workshops

In den Workshops am Nachmittag wurde versucht, das Thema auf unterschiedlichen Wegen aufzugreifen. Die Referentinnen und Referenten präsentierten die Gefahren extremistischer Onlinepropaganda, aber auch Möglichkeiten für die Präventionsarbeit und wie reagiere ich auf Stammtischparolen. Im Einzelnen wurden folgende Workshops angeboten:


Jugendliche im Fokus von extremistischer Onlinepropaganda

Fehime Özmen, jugendschutz.net


„Die Quelle Deines Stolzes ist der Islam!“ Identität und Religiosität in der politischen Bildung und Präventionsarbeit

Götz Nordbruch, Ufuq.de


Theater als Methode der Extremismusprävention. Chancen und Grenzen.

Julia von Thoen und Thomas Flocken, Schauspielkollektiv Lüneburg


Mit der App „KonterBUNT“ gegen Stammtischparolen einschreiten

Dr. Daniela Kallinich, Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung



Wolfgang Freter, Referatsleiter Rechtsextremismus im Niedersächsischen Verfassungsschutz, zog stellvertretend für Bernhard Witthaut ein Resümee der Veranstaltung und dankte den Gästen des Symposiums für ihr Erscheinen.
Wolfgan Freter, Niedersächsischer Verfassungsschutz  
Wolfgan Freter, Niedersächsischer Verfassungsschutz
In der rechten Spalte können Sie folgende Dokumente herunterladen:
  • Presseinformation
  • ppt-Vorträge der Referenten
  • Video Aktion Neustart
  • Dokumentation der Workshops

Hier gelangen Sie noch einmal zur Ankündigung des Symposiums.

Symposium "Extremismus und Jugendkultur"  

Symposium "Extremismus und Jugendkultur"

Hier können Sie den Flyer zum Symposium herunterladen:

 
(PDF, 0,52 MB)

Presseinformation Symposium Jugendkultur

Hier können Sie die Presseinformation herunterladen:

 Presseinformation zum Symposium
(PDF, 0,34 MB)

Video Aktion Neustart

 

Dokumentation der Workshops

 Dokumentation der Workshops
(PDF)

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