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Witthaut: Extremisten sind auch auf Gaming-Plattformen aktiv – Prävention durch Aufklärung

Über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland spielt zumindest gelegentlich Videospiele. Frauen und Männer sind dabei gleichermaßen stark vertreten, mit einem Altersdurchschnitt von ungefähr 37 Jahren. Videospiele sind Teil unserer Gesellschaft und anerkanntes Kulturgut. Gerade das Corona-Jahr 2020 hat noch einmal für einen kräftigen Schub bei den Spielerzahlen gesorgt.

Dazu der Niedersächsische Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut:

"Es verwundert daher nicht, dass auch Extremistinnen und Extremisten Spiele und die dazugehörigen Plattformen nutzen. Ein Teil der Extremistinnen und Extremisten gehen ganz selbstverständlich mit der Zeit, nutzen deren Möglichkeiten und erschließen sich auch im Bereich der spieleorientierten Plattformen eine neue Öffentlichkeit. Dabei geht es sowohl um das Verbreiten von extremistischen Inhalten und Propaganda als auch um das Anwerben neuer Mitglieder. Ich möchte aber auch deutlich sagen, dass die große Mehrheit der Gaming-Community extremistisches Gedankengut ablehnt - gerade im Zusammenhang mit Gewalt."

Extremistinnen und Extremisten wollen durch das gemeinsame Erlebnis des Spielens und die gemeinsame "Sprache" Misstrauen überwinden. Zum Teil werden sie so erst gar nicht als extremistisch wahrgenommen. Verstärkend kommt hinzu, dass auf den spieleorientierten Plattformen von der Community die Konfrontation mit extremistischen Aussagen und Haltungen überhaupt nicht erwartet wird. Unter dem Vorwand des Gamings verschaffen sich Extremistinnen und Extremisten eine Gelegenheit des vermeintlich unbefangenen Dialogs, der ihnen in dieser Form in klassischen sozialen Netzwerken oder in der Realität verwehrt würde.

Auf Imageboards, Gaming-, Video- und Streaming-Plattformen können Extremisten daher sehr gut über die vielschichtigen Kommunikationskanäle wirken – ohne groß aufzufallen, sich gegenseitig aber sehr wohl dabei erkennen.

Bernhard Witthaut: "Wir wollen die Gaming-Szene nicht stigmatisieren, aber wir nehmen auch virtuelle Netzwerke, wie die spieleorientierten Plattformen und die dortigen Aktivitäten von Extremistinnen und Extremisten noch intensiver in den Blick. Denn eine unserer Kernaufgaben ist die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über extremistische Gefahren und Entwicklungen. Wir müssen für das Thema sensibilisieren und die Protagonistinnen und Protagonisten und ihre Methoden extremistischer Stimmungsmache identifizieren, um auch ein Bewusstsein zu schaffen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum und keine Bühne für Verfassungsfeinde sein darf."


Für weitere Infos zu diesem Themenfeld empfehlen wir unser oben eingebundenes Video-Interview und die nebenstehende Presseinformation.


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Handlungsempfehlung:

Bei akuter Gefahrenlage den Notruf der Polizei wählen. Um die Beweislage zu sichern, sollten Chatverläufe, Bilder oder Streams gescreenshottet oder gespeichert werden. Diese Inhalte können bei der Polizei über die Online-Wache gemeldet werden. Wenn vorhanden, kann für solche Situationen auch die Meldefunktion der jeweiligen Plattform genutzt werden. Daneben gibt es auch zivile Meldestellen, wie „respect!“ oder „Zivile-Helden“. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz hat eine Meldefunktion, wo jederzeit extremistische Inhalte gemeldet werden können (Hinweistelefon).


Hier finden Sie die Links zu den oben genannten Abkürzungen:

"respect!" vom BKA:

https://www.bka.de/DE/KontaktAufnehmen/HinweisGeben/MeldestelleHetzeImInternet/meldestelle_node.html

Zivile Helden:

https://www.zivile-helden.de/

Online-Wachen der Polizei:

https://www.bka.de/DE/KontaktAufnehmen/Onlinewachen/onlinewachen_node.html?fbclid=IwAR1fbZEE4__ajxwpU8xN5bJafx5SeFfvAImYhSeV2NyxCOCm6sxlfKv_PAg


Extremismus im Gaming?!   Bildrechte: MI - Abt. 5, ÖA

Extremismus im Gaming

Hier können Sie die Presseinformation herunterladen:

 Presseinformation "Extremismus im Gaming?!"
(PDF, 0,38 MB)

Artikel-Informationen

erstellt am:
26.05.2021

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