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Nationale Wirtschaftsschutzstrategie der Bundesregierung

Erstmals wird der Begriff „Wirtschaftsschutz“ auf Bundesebene klar definiert


Am 18.03.2026 veröffentlichte das Bundesministerium des Innern im Rahmen der 19. Sicherheitstagung von BfV und des VSW-Bundesverbandes eine neue Nationale Wirtschaftsschutzstrategie. Erstmals wird der Begriff „Wirtschaftsschutz“ auf Bundesebene klar definiert:

„Wirtschaftsschutz ist die staatlich unterstützte Stärkung der Fähigkeit deutscher Unternehmen, die Resilienz ihrer Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie den Schutz von Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten gegenüber sicherheitsbezogenen physischen, digitalen und hybriden Bedrohungen wirksam zu erhöhen, insbesondere vor Wirtschaftsspionage und Wirtschaftssabotage.“

Ziel der Strategie ist es, den Weg zu einem „ganzheitlichen Wirtschaftsschutz zu ebnen und die Widerstandsfähigkeit deutscher Unternehmen zu erhöhen“. Herausgestellt wird die Stärkung der Resilienz der Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie von Forschung, Innovation und Entwicklung deutscher Unternehmen gegenüber sicherheitsbezogenen Herausforderungen und Bedrohungen. Sowohl physischen, digitalen als auch hybriden Risiken soll vorrangig durch die Weiterentwicklung des Leistungsportfolios der Sicherheitsbehörden sowie durch kollektive und individuelle Resilienzsteigerung in den Unternehmen begegnet werden.

Entsprechende Angebote und Maßnahmen sollen durch die Bundesregierung und ihre Partner umgesetzt werden. Eine besondere Stellung kommt der „Initiative Wirtschaftsschutz“ zu, einem Zusammenschluss von fünf Bundesbehörden (Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt und Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) sowie vier Wirtschaftsverbänden, die die Steuerung und das Monitoring der Umsetzung übernehmen wird.

Potenzielle Gefahrenherde sind Spionage und Sabotage, Geschäftsreisen ins Ausland, Wirtschaftskriminalität und Cyberbedrohungen. Dagegen sollen die Sicherheitsbehörden ihre Informationsangebote weiter ausbauen. Neue Leitlinien sollen Unternehmen helfen, ihre IT, Lieferketten und Forschung besser abzusichern. Staat und Wirtschaft sollen systematisch Informationen über Risiken teilen, ein nationales Lagebild soll als Frühwarnsystem dienen.

Die Nationale Wirtschaftsschutzstrategie wird durch die am 20.03.2026 veröffentliche DIN SPEC 14027 flankiert. Diese Norm liefert den Unternehmen einen praktischen Leitfaden zur Umsetzung elementarer Sicherheitsmaßnahmen. Ziel ist die Standardisierung und Prüfbarkeit der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen, unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche.

Der Fachbereich Wirtschaftsschutz des Niedersächsischen Verfassungsschutzes ist nach wie vor allen niedersächsischen Unternehmen gern behilflich, wenn es um die Vermittlung von Awareness gegen physische, digitale oder hybride Bedrohungen geht. Die Informationen sollen Unternehmen in die Lage versetzen, individuelle Maßnahmen zu ergreifen, um ihre eigene Resilienz zu steigern. Oft lassen sich zentrale Handlungsfelder in den Bereichen Spionage und Sabotage (insbesondere durch Innentäter), Cybersicherheit, Auslandsreisen sowie entlang der Lieferketten identifizieren.

Fachvorträge, vertrauliche Beratungen und Informationsveranstaltungen erreichen zahlreiche Multiplikatoren. Durch die Vernetzung mit dem Fachbereich Cyberabwehr und anderen Sicherheitsbehörden kann u. a. dabei unterstützt werden, von fremden Staaten gesteuerte Cyberangriffe zu erkennen, sie einem Akteur zuzuordnen sowie potenziell gefährdete Stellen zu sensibilisieren. Für dieses Angebot steht Ihnen der Fachbereich Wirtschaftsschutz des Niedersächsischen Verfassungsschutzes unter folgenden Kontaktdaten gern zur Verfügung:

Weitere Informationen zum Fachbereich Wirtschaftsschutz und Ihre Ansprechpartner finden Sie hier.

Die Veröffentlichung des Bundesamtes für Verfassungsschutz finden Sie hier.




Grafisches Bild zur Sicherheit im Energiesektor   Bildrechte: MI - Abteilung 5/Google ImageFX
Digitale Geschwindigkeitslinien   Bildrechte: shutterstock.com/bombermoon
Nationale Wirtschaftsschutzstrategie

Hier können Sie das Dokument herunterladen:

 
(PDF, 0,17 MB)

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.04.2026

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