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Symposium "(Rechts-)Extremismus im Umbruch" am 6. Dezember 2016

Die Erscheinungsformen des Extremismus haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie folgen einem gesamtgesellschaftlichen Trend, der mit strukturellen Veränderungen in den Phänomenbereichen einhergeht. Dies trifft insbesondere für den Rechtsextremismus zu, der vermehrt durch zeitlich befristete und organisationsunabhängige Formen des politischen Engagements gekennzeichnet ist. An die Stelle von festen Organisationsstrukturen treten mehr und mehr aktions- und kampagnenorientierte Zusammenschlüsse von zumeist nur noch temporärer Bedeutung.

Rechtsextremistischen Aktivitäten haben sich zu einem Großteil ins Internet und dort vor allem in die sozialen Netzwerke verlagert. Für die neonazistische Szene, aber auch für den subkulturellen Bereich ist das Internet von essentieller Bedeutung, insbesondere für die Verbreitung einschlägiger Musik. Allgemein haben sich die Verbreitungswege rechtsextremistischer Ideologie durch das Internet grundlegend verändert.

Welche Bedeutung das Internet inzwischen für die Entwicklung des Rechtsextremismus erlangt hat, zeigt nicht zuletzt die Entstehung der Identitären Bewegung in mehreren europäischen Ländern, deren Gründung zunächst die virtuelle Vernetzung im Internet vorausging. Ideologisch ist sie nicht dem neonazistischen Bereich des Rechtsextremismus zuzurechnen. Die Identitäre Bewegung knüpft wesentlich an die Theoreme der Neuen Rechten an, indem sie einen ethnopluralistischen Ansatz mit
kulturalistisch begründeter Islamfeindlichkeit verbrämt. Damit ist sie Teil eines sich in Deutschland und Europa ausdehnenden Netzwerkes der Neuen Rechten, das sich in der Grauzone von Rechtskonservatismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus bewegt.

Allgemein haben sich durch das Internet die Verbreitungswege extremistischer Ideologie grundlegend verändert. Die Wirksamkeit des Extremismus darf deshalb nicht allein an den immer schwerer zu erhebenden Zahlen seines Personenpotenzials bemessen werden, zumindest dann nicht, wenn man Fehleinschätzungen vermeiden will. Die Vermittlung von Politik - und dies schließt die Vermittlung von extremen Ideologieelementen mit ein - verläuft heute anders als noch vor zehn oder fünfzehn
Jahren. Die Arbeit der Sicherheitsbehörden - einschließlich der Prävention - muss hierauf adäquat reagieren und berücksichtigen, dass im Rechtsextremismus wie auch im Linksextremismus und Islamismus die selbstverständliche Nutzung des Internets mittlerweile ein wesentliches Element der Sozialisation einer jüngeren Generation ist. Staat und Zivilgesellschaft stehen hier vor neuen Herausforderungen.

Sie sind herzlich zur Teilnahme an den Diskussionen und Workshops eingeladen.

Sie können sich zur Veranstaltung und den Workshops mit dem nebenstehenden Flyer per Fax oder mit dem nachfolgenden Formular anmelden.

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist.

Bitte informieren Sie sich über Anfahrt und Parkmöglichkeiten auf der Internetseite des CongressCentrums Wienecke XI.


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Hier können Sie den Flyer zur Veranstaltung herunterladen:

 
(PDF, 1,24 MB)

 
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