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Skinhead-Musik

Die rechtsextremistische Skinhead-Musik spricht einen Personenkreis an, der über das vom Verfassungsschutz beobachtete rechtsextremistische Personenpotenzial weit hinausreicht. Viele Jugendliche kommen über diese Musik zum ersten Mal mit der rechten Szene in Berührung. Von besonderer Bedeutung ist der Besuch von Konzerten szenebekannter Bands. Bei dieser Gelegenheit werden Kontakte geknüpft, Informationen ausgetauscht sowie CDs und Skinhead-Utensilien zum Kauf angeboten. Der erste Besuch eines Skinhead-Konzerts, zu dem häufig Bekannte oder Freunde animieren, kann am Beginn eines Prozesses stehen, der immer weiter in den Rechtsextremismus hineinführt. Die rechtsextremistische Musik entfaltet ihre Wirkung aber auch jenseits der Konzerte, denn nahezu alle einschlägigen Titel können aus dem Internet heruntergeladen werden.

Bereits die Namen vieler Bands sind Programm. Bandnamen wie Arische Jugend, Jungsturm, Bataillon 500, Hauptkampflinie oder Reichswehr zeigen einen deutlichen Bezug zum nationalsozialistischen Deutschen Reich und lassen einen Rückschluss auf die weltanschauliche Ausrichtung der Bandmitglieder zu. Andere Bands haben sich nach Begriffen der germanisch-heidnischen Mythologie benannt. Bezeichnungen wie Einherjer, Sleipnir, Donnerhall, Walhalla Patriots oder Thor sind nur einige Beispiele. Sie signalisieren die Ablehnung der Werte der Aufklärung und des Christentums. Die Anzahl rechtsextremistischer Musikgruppen ist in den letzten Jahren permanent gestiegen. Viele Bands bestehen nur für kurze Zeit, oder es handelt sich um Projekte von Mitgliedern mehrerer Bands, die sich - mitunter nach nur einer gemeinsamen Produktion - wieder auflösen.

Rechtsextremistische CDs

Die Liedtexte transportieren fremdenfeindliche, rassistische, antisemitische und zum Teil Gewalt verherrlichende Botschaften. Strafrechtlich relevante CDs werden in Deutschland kaum noch produziert. Um Geschäftsverluste durch Indizierungen, die einen Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren untersagen, oder Beschlagnahme- und Einziehungsbeschlüsse, die ein generelles Veräußerungsverbot nach sich ziehen, zu vermeiden, lassen die Produzenten Tonträger vor ihrem Erscheinen durch Rechtsanwälte auf mögliche Rechtsverstöße überprüfen. Strafrechtlich relevante CDs - ihr Anteil beträgt ca. 10 % - werden bis auf wenige Ausnahmen im Ausland produziert.

In der Szene werden davon unbenommen weiterhin strafrechtlich relevante Tonträger produziert und verbreitet. Ein solches Beispiel ist der Tonträger "Deutsche Gedanken" der gemeinsam von den rechtsextremistischen Liedermachern Arische Jugend und Teja veröffentlicht wurde. Der Titel "Kein Vergessen, kein Verzeihen" thematisiert beispielsweise die Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus:

"Ich kann nicht vergessen und ich werde nicht verzeihen,
ich höre noch immer die Sterbenden schreien.
Uns wirft man vor, den Völkermord im großen Stil,
doch zwischen Bombenterror und Auschwitz liegt nicht all zu viel."

Selbst wenn CDs indiziert sind, verschwinden diese Produktionen nicht einfach vom Markt, sondern werden auch noch Jahre nach ihrem Erscheinen gehandelt - so wie die indizierte CD der Zillertaler Türkenjäger "12 doitsche Stimmungshits" aus dem Jahre 1996. Die Zillertaler Türkenjäger bedienten sich als erste Gruppe geläufiger Melodien von Schlagern, um rassistische und antisemitische Botschaften zu transportieren. Die über diese Art von Musik verbreitete fremdenfeindliche Hetze dürfte sich wesentlich stärker einprägen als die kaum verständlichen Textpassagen des aufputschenden Rechtsrock, der bei Konzerten dominiert.

CD der Musikgruppe Division Wiking

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