Die in der Türkei verbotene Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML) wurde 1972 gegründet. Ziel der Organisation ist es, die existierende Staatsordnung der Türkei abzuschaffen und durch eine klassenlose kommunistische Gesellschaft maoistischer Prägung zu ersetzen. Die TKP/ML befürwortet dabei ausdrücklich den Einsatz von Gewalt und schuf daher die Türkische Arbeiter- und Bauernbefreiungsarmee (TIKKO).
Seit Anfang der 90er Jahre führten organisationsinterne Auseinandersetzungen zu mehreren Abspaltungen und veränderten Organisationsbezeichnungen. So spaltete sich die TKP/ML 1994 in den Partizan-Flügel, der weiterhin das Kürzel TKP/ML nutzt, sowie das Ostanatolische Gebietskomitee (DABK), das sich seit Dezember 2002 Maoistische Kommunistische Partei (MKP) nennt. Bundesweit haben TKP/ML und MKP rund 1.300 Anhänger. Beide Gruppierungen unterhalten in der Türkei bewaffnete Gruppen: Der Partizan-Flügel nennt seinen militärischen Arm weiterhin TIKKO, während die MKP ihre Einheiten als Volksbefreiungsarmee bezeichnet. Als weitere Abspaltung ist die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP) zu nennen, der in Deutschland ca. 600 Anhänger zugerechnet werden.
Aktivitäten
Besondere Bedeutung bei der politischen Arbeit messen die Organisationen den so genannten Basisorganisationen zu. Diese sollen sich um politische Kontakte und gesellschaftlichen Einfluss bemühen, dabei jedoch ihre direkte Zugehörigkeit zur Mutterorganisation verschleiern. Für die TKP/ML zum Beispiel agiert auf europäischer Ebene der Dachverband Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Europa (ATIK). Auf deutscher Ebene ist dem Dachverband die Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland e. V. (ATIF) angeschlossen.
Die Finanzierung der Organisationen erfolgt im Allgemeinen über Spendensammlungen und den Verkauf von Publikationen. Politische Aktivitäten beschränken sich auf Mitgliederversammlungen, Teilnahme an Demonstrationen, Spendensammlungen und das Verteilen von Publikationen und Flugblättern.