Nachdem der Vorsitzende der Volksmodjahedin Iran-Organisation (MEK), Massoud RADJAVI, 1981 aus dem Iran hatte fliehen müssen, wurde im französischen Exil der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) als Vereinigung linker Organisationen und Einzelpersonen gegründet. Die Organisation sollte den politischen Kampf der linken Opposition gegen das "Mullahregime" mobilisieren mit dem Ziel, die iranische Regierung zu stürzen und selbst die Macht zu ergreifen. Der NWRI blieb jedoch unter der Kontrolle der MEK. 1993 bezeichnete sich der NWRI als "iranisches Exilparlament" und wählte Maryam RADJAVI, die Ehefrau Massoud RADJAVIs, zur "künftigen Präsidentin Irans".
Nach seiner Ausweisung aus Frankreich gründete Massoud RADJAVI 1986 im Irak die Nationale Befreiungsarmee (National Liberation Army, NLA) als bewaffneten Arm der Organisation, um von dort aus terroristische Anschläge gegen die Islamische Republik Iran zu verüben. Mit dem Einmarsch der US-geführten Koalitionstruppen in den Irak im Jahr 2003 wurden die NLA-Einheiten entwaffnet und in ihrem Lager Ashraf festgesetzt. Somit verlor die NLA ihre Handlungsfähigkeit und die MEK ihre militärische Stütze.
Die international als terroristisch bewertete MEK gilt als die aktivste und militanteste Oppositionsgruppe gegen die Islamische Republik Iran, die vor Gewaltanwendung nicht zurückschreckt. Seit Mai 2002 ist die MEK auf der EU-Liste terroristischer Organisationen ("EU-Terrorliste") verzeichnet. Nachdem die MEK aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtes Erster Instanz vom 12.12.2006 aus formalen Gründen von der "EU-Terrorliste" gestrichen wurde, hat der EU-Ministerrat die Organisation zwischenzeitlich nach Heilung der gerügten Formfehler am 28.06.2007 wieder auf die "EU-Terrorliste" gesetzt. Aufgrund des Beschlusses des Rates der Europäischen Union vom 15.07.2008 verbleibt die MEK wie auch die (im Mai 2003 entwaffnete) NLA weiterhin auf der "EU-Terrorliste". Der NWRI als politischer Arm der MEK ist von der Listung jedoch ausdrücklich ausgenommen. Die Organisationsführung verlangt von den Anhängern unbedingten Gehorsam und eine ständige weltweite Verfügbarkeit. Das vom NWRI nach außen hin propagierte Demokratieprinzip findet intern keine Anwendung. Die Aktivisten werden zur völligen Aufgabe ihrer eigenen Persönlichkeit gedrängt.
Mit der Durchführung friedlicher Veranstaltungen versucht sich die MEK als eine demokratische Oppositionsbewegung und als politische Alternative zum islamistischen System des Iran darzustellen. In Deutschland bedient sich der NWRI zahlreicher Tarnvereine, um seine propagandistischen und finanziellen Aktivitäten zu verschleiern. Im Jahr 2007 führten die Tarnvereine des NWRI verstärkt Spendensammlungen in Niedersachsen, u.a. in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg durch. Vereinzelt wurden Passanten durch die Spendensammler massiv bedrängt, größere Geldbeträge zu spenden. Bundesweit gehören dem NWRI rund 900 Personen an.