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Neonazistische Bestrebungen
Neonazistische Kameradschaften
Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.
Kameradschaftsdemonstration mit Fahnen
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Verbote neonazistischer Vereinigungen
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Neonazistische Kameradschaften

Die neonazistischen Kameradschaften entstanden als neue Organisationsform in der Folge von Verbotsmaßnahmen, die die Behörden in der ersten Hälfte der 90er Jahre verfügten. Um diese Verbotsmaßnahmen zu unterlaufen, entwickelten hiervon betroffene Neonaziführern wie Thomas WULFF, Christian WORCH und Thorsten HEISE eine Organisationsform ohne offensichtlich verbotsfähige formale Vereinsstrukturen und Mitgliedschaften. Es entstand das Organisationsmodell der so genannten Freien Kameradschaften, die als örtliche Gruppen fünf bis zwanzig Personen umfassen. Um gemeinsamer überregionale Aktionen durchführen zu können, sollten die Kameradschaften mittels technischer Kommunikationsmittel vernetzt werden.

Die Kameradschaftsanhänger

Kameradschaften rekrutieren neue Angehörige häufig aus der örtlichen unstrukturierten rechtsextremistischen Szene. Die Kontaktaufnahme erfolgt aufgrund persönlicher Bekanntschaft oder bei Skinhead-Konzerten. Interessierte Jugendliche erhalten anschließend in den Kameradschaften eine Einführung in die "politische Arbeit". Die Teilnahme an den regelmäßig stattfindenden Kameradschaftsabenden vermittelt den Jugendlichen ein Gemeinschaftserlebnis. Das Einstiegsalter liegt bei etwa 16 Jahren; das Durchschnittsalter liegt bei 20 bis 25 Jahren. Der überwiegende Teil der Kameradschaftsangehörigen ist männlich.

Bundesweit stieg die Anzahl der Neonazis nicht mehr so stark an wie in den Vorjahren. Es beläuft sich nunmehr auf 4.200 Personen (2005: 4.100). Die Neonazis sind in rund 160 Kameradschaften vernetzt. In Niedersachsen existieren unverändert ca. 20 neonazistische Kameradschaften. Dem neonazistischen Spektrum insgesamt können in Niedersachsen insgesamt 350 Personen zugerechnet werden (Vorjahr: 365).

In ideologischer Hinsicht eint die Kameradschaftsanhänger das unterschiedlich ausgeprägte Bekenntnis zum historischen Nationalsozialismus. Übereinstimmende Feindbilder und Ideologieelemente bilden die Basis für eine politische Zusammenarbeit von Freien Nationalisten und der NPD. Die Freien Nationalisten sehen es als gemeinsames Ziel an, das bestehende System der Bundesrepublik Deutschland "grundlegend" zu verändern. Weil die meisten Anhänger solcher Kameradschaften weltanschaulich nicht gefestigt sind, haben viele Kameradschaften keinen langen Bestand. Ihre Existenz endet, wenn die Führungsfiguren ausscheiden, zum Beispiel durch Wohnortwechsel. Im gleichen Maße wie Kameradschaften zerfallen, entstehen jedoch an anderer Stelle neue Zusammenschlüsse, wenn Führungsfiguren auftauchen.

Aktivitäten

Trotz einiger Differenzen kooperieren NPD und weite Teile der neonazistischen Szene im Rahmen einer "Volksfront von rechts", die vor allem durch Wahlerfolge getragen wird. Mit zunehmender Anzahl von Neonazis in der NPD ist deren Status innerhalb der Partei gestiegen; bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September 2006 zogen sogar regional führende Neonazis als NPD-Mitglieder in den Landtag ein. Freie Nationalisten bilden einen Großteil der insbesondere von der NPD organisierten Demonstrationen. Dies bestärkt sie in ihrer Forderung, mit der NPD auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten mit dem Ziel, die eigene Identität zu bewahren.

Die weiteren Aktivitäten konzentrieren sich in der Regel auf kameradschaftsinterne Unternehmungen wie etwa die Durchführung regelmäßiger Kameradschaftsabende mit Stammtischcharakter. Grundsätzlich ist jedoch die Bereitschaft zur Aktion vorhanden, was sich daran ablesen lässt, dass Angehörige nahezu aller Kameradschaften unabhängig vom jeweiligen Ideologisierungsgrad zur Teilnahme an Großveranstaltungen bereit sind.

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