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Ursprung & Entwicklung

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wurde 1978 aus überwiegend studentischen Vorläufergruppen heraus unter anderem von Abdullah ÖCALAN in der Türkei gegründet. ÖCALAN entwickelte sich in den Folgejahren zur maßgeblichen Führungsfigur der Organisation. Aus seinem Exil in Damaskus/Syrien heraus prägte er die programmatischen Leitlinien der PKK, ordnete von dort aus aber auch eine Vielzahl parteiinterner "Säuberungen" zur Untermauerung seines politisch-ideologischen Führungsanspruches an.

Die PKK war ursprünglich geprägt von einer marxistisch-leninistischen Ideologie. Daneben gewannen im Laufe der Geschichte dieser Organisation zunehmend separatistische, kurdisch-nationalistische Ansätze an Bedeutung. Ziel der revolutionären Kaderorganisation war es, in den von Kurden besiedelten Gebieten im Osten der Türkei und den angrenzenden kurdischen Gebieten in Syrien, im Iran und Irak einen sozialistischen, kurdischen Nationalstaat unter ihrer Führung zu gründen. Ihre Ziele verfolgte die PKK in der Vergangenheit auf militant gewalttätige Weise sowohl in der Türkei wie in der Bundesrepublik.

Bewaffneter Kampf in den 80ern und 90ern

Seit 1984 kämpfte die PKK auch mit einem militärischen Arm, der Volksbefreiungsarmee Kurdistans (ARGK), seit 2000 "Hezen Partastini Gele Kurd" (HPG), für einen unabhängigen Kurdenstaat. Die in libanesischen Palästinensercamps, später in eigenen Ausbildungslagern trainierte PKK-Guerilla führte einen bewaffneten Kampf, der sich zunächst gegen türkische Gendarmerie- und Militäreinheiten richtete. In den Folgejahren zielte er aber auch auf Teile der kurdischen Bevölkerung ab, soweit diese sich der Programmatik der PKK und ihrem Alleinvertretungsanspruch widersetzten. Die Türkei reagierte mit der Verhängung des Kriegsrechts in den betroffenen südöstlichen Provinzen auf diese Entwicklung. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen forderten die Kämpfe bisher ca. 40.000 Todesopfer, mehr als die Hälfte davon dürften PKK-Guerillakämpfer gewesen sein.

Politischer Druck der Türkei gegenüber der syrischen Regierung führte Ende 1998 zur Ausweisung Abdullah ÖCALANs aus seinem selbst gewählten Exil in Damaskus. Anfang 1999 nahmen ihn türkische Sicherheitskräfte in Nairobi/Kenia fest. Wegen Hochverrats wurde er zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt, die er in einem Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Imrali verbüßt.

Strategiewechsel und Umbenennung

Angesichts des gescheiterten Einsatzes terroristischer Mittel sowie der Festnahme des PKK-Führers Abdullah ÖCALAN Anfang 1999 änderte die Organisation im Jahr 2000 ihre Strategie: Sie gab den bewaffneten Kampf auf und modifizierte ihre Ziele. So forderte die PKK von nun an nur noch die Wahrung der kurdischen Identität innerhalb der staatlichen Ordnung.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die "Auflösung" der PKK im April 2002 und die gleichzeitige "Gründung" einer "neuen" Organisation mit dem Namen Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans (KADEK). Programm und Satzung machten jedoch deutlich, dass sich der KADEK nicht wesentlich von der PKK unterschied.

Im November 2003 wurde die Auflösung des KADEK bekannt. An seine Stelle trat der Volkskongress Kurdistans (KONGRA GEL). Nach eigenen Angaben verfolgt die Organisation das Ziel, die kurdische Frage politisch zu lösen und für die Kurden in ihren jeweiligen Ländern demokratische und kulturelle Rechte zu schaffen. Diese Ziele würden ausschließlich mit politischen und friedlichen Mitteln verfolgt. Ein eigener kurdischer Staat werde nicht mehr erstrebt. Das Verhältnis zur Gewalt ist jedoch zwiespältig. So hält die PKK weiterhin an militärischen Kampfeinheiten, den Volksverteidigungskräften (HPG), im kurdischen Siedlungsgebiet fest.

Parallel zu den Kampfhandlungen in den kurdisch besiedelten Gebieten der Türkei wurden seit 2004 vermehrt Anschläge gegen zivile Einrichtungen in der Westtürkei verübt. Hierzu bekannte sich die bis dahin unbekannte militante Gruppierung Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), die laut ihrer Internetseite im Jahr 2004 aus den HPG hervorgegangen und einen engen Bezug zu Abdullah ÖCALAN erkennen lassen. Daher müssen sich die PKK und die HPG diesen terroristischen Zweig zurechnen lassen, auch wenn sie eine Verbindung zu den TAK dementieren.

Im Jahr 2005 wurde im Nordirak erstmals ohne Einflussnahme der PKK für einen Teil des kurdischen Siedlungsgebietes eine eigenständige Verwaltung verwirklicht. Unter diesem Eindruck ließ Abdullah ÖCALAN von seiner bisherigen Forderung nach einem eigenständigen Kurdistan ab und verkündete im Frühjahr 2005 mit der Gründung der Konföderation der kurdischen Gemeinschaften ("Koma Komalen Kurdistan", KKK) ein neues Konzept zur Lösung der Kurdenfrage im Nahen Osten, das eine Autonomie der kurdischen Gebiete innerhalb der vier von Kurden besiedelten Staaten (Iran, Irak, Syrien und Türkei) vorsieht.

Flagge der PKK; Verwendung in Deutschland verboten  

Flagge der PKK Verwendung in Deutschland verboten

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